Der Sturz der Löwen

Der Sturz der Löwen

„Du musst dich beugen und deine Rolle akzeptieren. So funktioniert unsere Welt nun einmal. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Die Löwen herrschen über uns und wenn wir uns nicht nach ihnen richten, fressen sie uns. Sei nicht traurig, das Leben ist doch trotzdem schön. Aber es ist spät mein Schatz, du musst jetzt schlafen.“

Noch ein Kuss auf die Stirn und die Mutter von Amadeus Antilope verließ sein Zimmer. Doch einschlafen konnte Amadeus noch nicht. Seit Tagen beschäftigte ihn die Frage, wieso keiner was dagegen unternimmt, dass alle aus der Familie Löwe solche Privilegien genießen dürfen. Wieso sie die anderen Schüler ärgern dürfen. Wieso sie die Chefs der Chefs von allen anderen sind. Wieso dürfen sie ein „besseres“ Leben führen, nur weil sie Löwen sind? Doch was kann ich schon ausrichten…

Die Jahre zogen ins Land. Amadeus versuchte seine Rolle im Leben so gut es ging auszufüllen. Jeder Tag war begleitet vom Motto „gefressen werden, oder später gefressen werden“. Jeder tat sein Bestmöglichstes um zu gefallen und dennoch bloß nicht aufzufallen. Doch während die Löwen immer mehr Land regierten und es ihnen immer besser zu gehen schien, rutschten immer mehr Tiere rasant bergab in der Nahrungskette. Getrieben von Angst und Zorn, und dem Verlangen endlich Glück und Freiheit im Leben zu erlangen, begann Amadeus eine Organisation zu gründen. Heimlich versuchte er so viele Tiere wie möglich zusammenzubekommen. Er hielt seine Reden mit einer flammenden Überzeugung, die selbst den feigsten Hasen überzeugten seiner Bewegung zu folgen.Irgendwann hatte er genügend Tiere auf seiner Seite um die Löwen zu stürzen. Es war jedem klar, dass die Löwen kämpfen werden und viele sterben werden, aber auch ein Löwe sollte sich seines Limits außerhalb seiner Trinkfestigkeit bewusst sein.

In der Nacht, bevor der Aufstand erfolgen sollte, schlich sich eine Schlange ins Zimmer des schlafenden Amadeus. Sie flüsterte ihm ins Ohr, „passss auf dich auf Amadeussss. Du hassst Feinde in den eigenen Reihen. Viel Glück morgen, Amadeussss.“ Als sie gerade wieder gehen wollte, packte sie ein Wiesel am Kopf und rammte sie mit ihren Giftzähnen voraus in den Hals von Amadeus. Das Gift drang in Amadeus‘ Körper. Er riss die Augen auf, konnte sich jedoch nicht bewegen. Er bekam noch mit, wie das Wiesel nach Hilfe rief, bevor er starb. Als die anderen Tiere ins Zimmer kamen, sah Alles so aus, als ob die Schlange Amadeus getötet hat und das Wiesel zu spät zur Rettung kam. Der Aufstand war zerschlagen. Ohne ihren Anführer hatten zu viele Tiere Angst sich der Sache noch hinzugeben und beugten sich wieder ihrem Schicksal.

Seit diesem Tage haben wir Angst vor Schlangen.

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Posted on: 29. Oktober 2017gigu

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